Vernetzungstag und Symposium

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Programm:

Freitag, 21. November 2008
Bundesvernetzung von Frauen in Kunst und Kultur, Filmabend und Party

Samstag, 22. November 2008
Symposium des Verbands feministischer Wissenschafterinnen



Freitag, 21. November 2008, 10.00 bis 18.00 Uhr
Bundesvernetzung von Frauen in Kunst und Kultur, Filmabend und Party


10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung
10.30 – 11.30 Uhr Künstlerische Projekt-/Forschungspräsentationen

Petja Dimitrova: Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es sind Menschen gekommen*
Prekäres Leben wird systematisch unter der Ideologie liberal-konservativer Politik eingeführt. Als "Pilot-Projekt" der Prekarisierung gilt die Migrationspolitik. Durch (rassistische) Fremden - gesetze, die immer wieder neu erdacht und eingesetzt werden, wird das Leben von MigrantInnen systematisch destabilisiert und kontrolliert. Aufenthalts- und Arbeitsrecht wird verweigert. Welche Strategien haben "Nicht-StaatsbürgerInnen" in Österreich, um ihrem prekären Leben zu entkommen sowie dieses zu thematisieren? Diese Fragen und Kämpfe werden anhand von Beispielen künstlerischer Praxen diskutiert.
(*Zitat von Max Frisch)

Roswitha Kröll: Galerie der Siegerinnen
... wäre das Abschlussprojekt von Flexible@art im Linzer Kulturhauptstadtjahr 2009 geworden.
Die Galerie der Siegerinnen beschäftigt sich mit flexiblen und prekären Arbeitssituationen im künstlerischen und kulturellen Feld. Dazu wird eine experimentelle, spielerische Situation hergestellt. Flexible@art war ein Forschungsprojekt an der Kunstuniversität Linz von 2005 bis 2007.
11.30 – 13.00 Uhr Einstieg in open space
13.00 Uhr Mittagspause (vegetarisches Buffet vor Ort)
14.30 – 16.30 Uhr Fortsetzung open space
16.30 – 17 Uhr Pause
17.00 Uhr Schlussplenum mit Präsentationen der Kleingruppen

  Tagesmoderation: Sabine Prokop

Ort: Audimax der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Kollegiumgasse 2, 1. OG, 4010 Linz


20.00 Uhr DIE FRAU, DIE ARBEIT, DIE KUNST und DAS GELD.
Dokumentarfilm von SI.SI. Klocker (A 2007, 72 Min.). Filmvorführung und Publikumsgespräch mit der Regisseurin (Moderation: Daniela Koweindl).
Der Dokumentarfilm porträtiert Frauen, die in kreativen, künstlerischen Berufen tätig sind. Untersucht werden die spezifischen Lebenssituationen von Künstlerinnen: Mehrfachbelastung, unsichere und unregelmäßige Arbeits- und Erwerbsbedingungen, Existenzängste etc. Künstlerinnen aus Wien, Berlin, Vorarlberg und San Francisco erzählen vom Underground- Kampf kreativ schaffender Frauen, berichten von ihren Guerilla-Taktiken, Sehnsüchten und Wünschen. Unterschiedliche Zugünge in Bezug auf Geld, Arbeit und Kunst werden selbst - kritisch, aber auch heiter reflektiert.

Anschließend Party
  Ort: Rother Krebs, Obere Donaulände 11, 4020 Linz



Samstag, 22. November 2008, 9.30 bis 18.00 Uhr
Symposium des Verbands feministischer Wissenschafterinnen www.vfw.or.at


9.30 Uhr Ankommen und Anmeldung
10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung
10.30 – 11.30 Uhr Vortrag und Diskussion

Juliane Alton / Elfie Resch: Wie das Geld zu den Künstlerinnen und die Kunst in die Welt kommt

Kultur, speziell die Basiskulturarbeit, gilt inzwischen als wichtiges "Bindemittel des Sozialen" und, unter dem Gesichtspunkt der Lissabon-Ziele (Wettbewerb, Beschäftigung), als gewinnbringendes Feld. Die Künstler/in, die Kulturarbeiter/in, Rolemodel für die neuen, kreativen Erwerbstätigen des Neoliberalismus, wird für ihr bahnbrechendes Wirken jedoch nicht belohnt, kaum entlohnt. Es ist an der Zeit, gesellschaftspolitisch in die Zukunft zu denken und dabei ältere Modelle neu zu diskutieren. Was wurde aus Ansätzen für ein Grundeinkommen, das an einer revolutionierten Steuerpolitik ansetzt? Was aus jenen, die eine Neudefinition der Arbeit versuchen?
11.30 – 11.45 Uhr Pause
11.45 – 12.45 Uhr Vortrag und Diskussion
Luzenir Caixeta: Bewegungsfreiheit, Frauenmigration und Utopie
Die Utopie geht hervor aus einer Sehnsucht nach einem besseren Leben, ebenso wie Migration zumeist Ausdruck eines solchen Wunschtraums ist (Castro Varela, 2007). Inwieweit sind Frauen, die die Risiken der Bewegungsfreiheit in Kauf nehmen und Grenzen überschreiten, deren Leben prekär und geprägt von rassistischen Strukturen ist, diejenigen, die Gesellschaft verändern und Zukunft gestalten? Ich möchte einen Einblick geben, welche Grenzgebiete Migrantinnen bewohnen, welche Kämpfe sie austragen, in welchen Paradoxien sie sich verheddern und welche Strategien sie nutzen, um Möglichkeits- und Artikulationsräume für ihre Sichtbarmachung zu eröffnen.
12.45 Uhr Vorstellung der Workshops
13.00 Uhr Mittagspause (vegetarisches Buffet vor Ort)
14.30 – 16.30 Uhr Parallele Workshops

Tania Araujo / Galia Stadlbauer-Baeva: PREKÄRE FREIHEIT – Paradox des Begehrens, Normativität, Migration, Bett und Widerstand
Zwischen Anthropophagie und Akkulturation; Zwischen Begehren und Repression; Zwischen Penetration und Integration; Zwischen vorgespielten Orgasmen und politischen Strategien; Zwischen Freiheit und neoliberaler Marktwirtschaft; Zwischen freier Zirkulation des Kapitals und Verschärfung der Feminisierung der Armut; Zwischen Exotisierung, Stereotypisierung und Rassismus; Zwischen Wunsch und Ablehnung; Zwischen Individualität und Konformität Zwischen Hybridisierungs- und Altaritätsstrategien; Zwischen Verleugnung/Schuldigsprechung des Körpers und Lust; Zwischen Ethik, Ästhetik und Widerstand.
Hier wird philosophiert und provoziert: Diskutiert werden eine ganze Reihe von Theorien und die nicht-bewussten Hintergrundbedingungen wie die Rolle von Sehnsüchten, Illusionen, Erotitüden, Wünschen und Träumen, Rassismus und Exotismus, Freiheit und Ausgrenzung, Vorurteil und Begehren.

Jo Schmeiser: Prekarität und Freiheit der Wahrnehmung – Sabotage/n und Utopie/n für eine egalitäre Gesellschaft
Inwiefern beeinflusst die eigene Prekarisierung den Blick, die visuelle oder textuelle Produktion? Welche Einschränkungen, welche Erweiterungen des Denkens und Handelns in einer hierarchischen, rassistischen, heterosexistischen und antisemitischen Gesellschaft bringt dies mit sich? Anhand von Beispielen prozessualer und partizipativer Ansätze zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik möchte ich diskutieren, ob wir als Feministinnen der Individualisierung und Flexibilisierung sozialer Strukturen zuarbeiten. Und ich möchte gemeinsam über Sabotage/n und Utopie/n in Hinblick auf eine egalitäre Gesellschaft nachdenken.

Karin Schönpflug: Feminismus, Ökonomie, Utopie und Freiheit – Partnerinnenschaften und Widersprüche
Nach einem kurzen Eingangsstatement soll zu den Begriffen Freiheit, Utopie, Ökonomie und Feminismus gearbeitet werden. Die Frage soll, metaphorisch gesprochen, auf die Körper geschrieben werden, die Akteure und Akteurinnen der ökonomischen und feministischen Utopien sollen be/ge/sucht werden und Identifikationsmöglichkeiten und Feindbilder gezeichnet, mit oder gegen die eine Reise in ein "freies" Nirgendwo möglich sein kann (oder auch nicht).
16.30 – 17 Uhr Pause
17.00 Uhr Schlussplenum, Workshoppräsentationen, Diskussion, Manifest

Tagesmoderation: Roswitha Kröll

Ort: Audimax der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung, Kollegiumgasse 2, 1. OG, 4010 Linz

Veranstaltungskonzept: Iris Aue, Gabi Gerbasits, Marty Huber, Daniela Koweindl, Elisabeth Mayerhofer, Katharina Prinzenstein, Sabine Prokop